Teilprojekte

Die Rolle der Organisationen und Institutionen in der Destinationsentwicklung am Beispiel der Skitourismusdestination Lech-Zürs und Stuben am Arlberg

Diplomarbeit von Mira Sailer
abgeschlossen (Juli 2011)

In der touristischen Destination Lech-Zürs ist eine Vielzahl an selbständig wirtschaftenden Unternehmen an der Leistungserstellung beteiligt. Das touristische Produkt „Skireise“, so wie es der Gast erfährt, setzt sich aus vielen Teilleistungen zusammen wie z.B. Anreise per Bus, Unterkunft im Hotel, Verpflegung in Restaurants, Transport vor Ort per ÖV, Skikurs der örtlichen Skischule und Abreise per Bus. Im Idealfall treten die einzelnen Akteure geschlossen als Destination auf den Markt, die sich wiederum gegenüber konkurrierenden Destinationen behaupten muss. Dabei entsteht die Frage, wie es einer Destination gelingt, dass alle am Produktionsprozess beteiligten Unternehmen hinter dem gemeinsamen Destinationsziel stehen. In diesem Zusammenhang spielt eine destinationsübergreifend arbeitende Tourismusorganisation eine besondere Rolle.

Zudem nehmen zahlreiche Faktoren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Destination. Dynamische Rahmenbedingungen wie Globalisierung, verändertes Nachfrageverhalten oder ständig neue Trends im touristischen Angebot setzen die Tourismusorganisation unter Druck, die Destination weiterzuentwickeln. Es geht darum, inwiefern die Tourismusorganisation die stets neuen Aufgaben bewältigt und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen alpinen Destinationen steigert.

Organisationen und Institutionen spielen in der Destinationsentwicklung eine wichtige Rolle. Die Arbeit beschäftigt sich ferner mit der historischen Entwicklung wichtiger Organisationen und Institutionen vor Ort, die maßgeblich zur Entwicklung vom traditionellen Urlaubsort hin zu einer modernen Skitourismusdestination beigetragen haben.

 

Die Entwicklung des Skisports am Arlberg

Zulassungsarbeit für das Lehramt an Gymnasien von Stefanie Schuster
abgeschlossen (Juni 2011)

Heutzutage verfolgen Millionen von Menschen aus aller Welt den Skirennzirkus vor dem Fernseher oder sind vor Ort live dabei, wenn die Skirennläufer die planierten Pisten hinunterfahren und sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Was früher noch in Minuten gemessen wurde, so entscheiden heute Bruchteile von Sekunden über Sieg und Niederlage. Die Entwicklung des Skisports im letzten Jahrhundert ist rasant: Noch vor 1900 stellten sich die Skiläufer auf Bretter, um sich in der Schneelandschaft fortzubewegen. Bald darauf fanden die ersten wettkampfmäßigen Skirennläufe statt, Vereine wie der Arlberger Skiclub, der 1901 gegründet wurde, entstanden. In Fernläufen bergab und bergauf über mehrere Kilometer hinweg gleiteten die Skiläufer durch das Gelände. Das heutzutage bekannte Abfahren hat sich in den 1930er Jahren als alpines Skifahren durchgesetzt. Heute fahren die Skirennläufer mit Aufstiegshilfen zum Start, fahren nicht mehr, sondern "rasen" die planierten Skipisten mit immer besser entwickeltem Skimaterial hinunter.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Entwicklung des Skisports als eine Geschichte der Interdependenz des Skisports als soziales System und der Technik aufzuarbeiten. So werden die wechselseitigen Abhängigkeiten herausgearbeitet und die Impulse für die Entwicklung dargestellt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wird ausschließlich auf die Entwicklung des Skisports am Arlberg eingegangen. Es werden die Rennen vor Ort am Arlberg betrachtet, sowie die Skirennläufer aus der Region Arlberg herausgegriffen, die in irgendeiner Weise wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Skisports am Arlberg hatten. Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung wird die Erarbeitung der Wechselwirkungen und Abhängigkeiten der Technik, des Tourismus und des Skisports sein, wobei die Tourismusentwicklung statistisch an Nächtigungszahlen während der Skirennen belegt und verglichen werden soll.

 

Skisport und Skitourismus im Spiegel der Medien

Promotionsprojekt von Karolina Johnson M. A.
abgeschlossen (Oktober 2011)

Die elementare Bedeutung der Medien wird in nahezu allen Lebensbereichen offensichtlich. Ihre kulturprägenden Effekte lassen sich an sehr unterschiedlichen Beispielen belegen. Auch die verschiedenen medialen Darstellungen zu Sport und Sportarten haben sich bis heute in vielfältiger Weise auf die zeitgenössische Sportkultur und deren Entwicklung ausgewirkt.

Diese komplexen Wechselwirkungen im Rahmen einer breit angelegten Materialanalyse zu untersuchen ist das übergeordnete Ziel des Promotionsprojekts. Ausgehend von der Systemtheorie Niklas Luhmanns werden historische und aktuelle „Bilder“ von Sportwirklichkeit rekonstruiert. Als repräsentatives Forschungsobjekt bietet sich der alpine Skilauf an, dessen mediale Konstruktion trotz seiner großen Verbreitung, Popularität und Medienpräsenz noch kaum erforscht ist. Der Arlberg, dem aus skihistorischer Sicht eine prominente Bedeutung zukommt, dient als „Beispielregion“: Keine andere Wintersportdestination brachte so zahlreiche Innovationen hervor, welche den Skilauf weltweit und nachhaltig prägten. Auch die – wissenschaftlich bisher nicht beachtete – Tatsache, dass die lokale Skigeschichte dieses Gebiets nahezu lückenlos dokumentiert ist, stellt eine günstige Ausgangslage für die Forschung dar.

Das innovative Moment des Promotionsprojekts besteht in seinem interdisziplinär ausgerichteten Forschungsansatz: Bisher wurde die Genese diverser Sportarten seitens der Sportwissenschaft meist isoliert aus leistungssportlicher Perspektive betrachtet, und die Vernetzung kultureller, wirtschaftlicher, touristischer und technische Aspekte blieb weitgehend ausgeblendet. Demgegenüber beschränkt sich das Erkenntnisinteresse jetzt nicht auf sport(art)spezifische Gesichtspunkte, und auch nicht auf die – wenn auch zentrale – Analyse des Zusammenhangs von Sportentwicklung und Medienpräsenz. Da gerade Mediendarstellungen Rückschlüsse auf die oftmals vernachlässigten Rahmenbedingungen zeitgenössischer Sportkultur erlauben, ist das Arbeitsvorhaben als Integrationsversuch der Erkenntnisse und Methoden verschiedener Wissensbereiche konzipiert.

 

Der Einfluss des Militärs auf die Entwicklung des alpinen Skilaufs von der Entstehung bis zum Ersten Weltkrieg

Bachelorthesis von Felix Fischer
abgeschlossen (Juli 2010)

Carl J. Luther, deutscher Skipionier und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Thema Skilauf um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts, schrieb bereits vor mehr als 80 Jahren „Krieg auf Skiern ist zu allen Zeiten im hohen Norden geführt worden“ (Luther, 1926, S. 507). Die Arbeit beleuchtet also den Einfluss, den das Militär auf die Entwicklung auf das alpine Skilaufen ausgeübt hat. Dabei werden sowohl ältere literarische Werke als auch neuere Forschungsergebnisse berücksichtigt. Diese Arbeit befasst sich mit den Anfängen des militärischen Skilaufes in Deutschland und Österreich bis zum Ersten Weltkrieg, kriegerische Auseinandersetzungen bleiben dabei trotz der oben von Luther zitierten Aussage weitestgehend unbeachtet. Das Augenmerk liegt auf dem Militär als Motor und Entwicklungshelfer für die Entstehung einer neuen Sportart zu Friedenszeiten. Die Arbeit betrachtet und verknüpft die Entwicklung des militärischen Skilaufs in Deutschland und Österreich von deren Anfänge bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, arbeitet dabei die Einflüsse auf den alpinen Skilauf heraus und stellt dabei einen Bezug zum Arlberg her.

Literatur (Auswahl):

Luther, C. J. (1926). Geschichte des Schnee- und Eissports. In G.A.E. Bogeng (Hrsg.), Geschichte des Sports aller Völker und Zeiten, Band 2 (S. 497-557). Leipzig: Seemann.

Peiffer, L. (2005). Vom Soldatensport zum Volkssport. Das Militär als Katalysator der Popularisierung des Skilaufs. In M. Herzog (Hrsg.), Skilauf - Volkssport- Medienzirkus. Skisport als Kulturphänomen (S. 69-94). Stuttgart: Kohlhammer.

 

Der Skifilm der zwanziger und dreißiger Jahre und die Bedeutung für den zeitgenössischen Tourismus in der Arlbergregion

Diplomarbeit von Conrad Schmoll
abgeschlossen (Mai 2010)

Dass die Filme Dr. Arnold Fancks den Skilauf insgesamt beeinflussten und auch die Entwicklung des Fremdenverkehrs am Arlberg begünstigten, wurde von zahlreichen Autoren vermutet. Eine eingehende Analyse des Einflusses der Skifilme auf den Skisport und den Fremdenverkehr in der Arlbergregion liegt bisher jedoch nicht vor. Die Diplomarbeit soll daher untersuchen, inwieweit diese Filme zum Aufschwung des Skisports und des Tourismus am Arlberg beitrugen. Dabei sollen Zusammenhänge aufgezeigt werden, insbesondere zwischen der Entwicklung des Skisports im frühen 20. Jahrhundert, dem Erfolg der Berg- und Skifilme und der Entwicklung des Fremdenverkehrs am Arlberg.

Im Einzelnen soll zunächst dargestellt werden, welche Personengruppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Skisport betrieben und wie sich diese Gruppe der Skisportler bis Ende der dreißiger Jahre quantitativ und qualitativ verändert hat. Des Weiteren soll untersucht werden, wer damals die Zuschauer der Berg- und Skifilme waren und wie diese Filme aufgenommen wurden. Hierbei soll auch explizit auf die Gründe des Erfolgs des Genres eingegangen werden. Um den Einfluss der Filme auf den Fremdenverkehr am Arlberg darzustellen, muss natürlich die Entwicklung der touristischen Erschließung der Region berücksichtigt werden. Personelle Verstrickungen zwischen Filmschaffenden und lokalen Verantwortlichen dürften dabei eine besondere Rolle gespielt haben und sollen deshalb eingehend untersucht werden.

Als Quellen der Diplomarbeit dienen zeitgenössische Publikationen (Monographien, Zeitschriften und Zeitungsartikel), diverse Sekundärliteratur, Fernsehdokumentationen und Dokumente aus dem Nachlass von Personen, die für den gewählten Untersuchungsgegenstand besonders bedeutend sind. Auch die Skifilme selbst werden in die Arbeit einbezogen. Die Darstellung der Zusammenhänge zwischen den Skifilmen und den gesellschaftlichen Teilsystemen Tourismus und Sport unter Berücksichtigung von historischen, psychologischen, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Gegebenheiten „erfordert einen radikal interdisziplinären Ansatz [….] [und eine] Art vertikaler Geschichtsschreibung“ (Kaes, 1992, S. 54).

Literatur (Auswahl):

Fanck, A. (1973). Er führte Regie mit Gletschern, Stürmen und Lawinen: Ein
Filmpionier erzählt. München: Nymphenburger.

Kaes, A. (1992). Filmgeschichte als Kulturgeschichte: Reflexionen zum Kino der
Weimarer Republik. In U. Jung (Hrsg.) & W. Schatzberg (Hrsg.), Filmkultur zur
Zeit der Weimarer Republik: Beiträge zu einer internationalen Konferenz vom
15. bis 18. Juni in Luxemburg (S. 54-64). München: K. G. Saur.

Zebhauser, H. (2001). Am Anfang war die Camera obscura: Vom eingefrorenen
Abbild zur Kinematographie. In S. König, H.-J. Panitz & M. Wachtler, Bergfilm:
Dramen, Trick und Abenteuer (S. 15-22). München: Herbig.

 

Destinationsentwicklung der Gemeinde Lech-Zürs von einer agrarisch geprägten Region hin zu einer dienstleistungs-orientierten Tourismus- und Sportdestination

Diplomarbeit von Eva Burger
abgeschlossen (März 2010)

Lech am Arlberg ist eines der bekanntesten Skigebiete weltweit, eine Tourismusdestination mit erstklassigen Hotels und bester touristischer Infrastruktur. Wer heute dort seine Urlaub verbringt und den internationalen Gästebetrieb erlebt, kann es sich kaum vorstellen, dass diese Region vor gut 100 Jahren zu einer der ärmsten gehörte. Lech ist daher das beste Beispiel für ein typisches Erscheinungsbild des Wintertourismus. Erst mit dem Aufkommen des Skitourismus beginnt die Blütezeit des Ortes. Die wirtschaftlichen Verzweigungen und die schnelle Entwicklung des Ortes durch den Skitourismus sind enorm. Lech profitierte und wird weiter am Fremdenverkehr profitieren.

Theoretische Grundlage dieser Arbeit ist die Systemtheorie. Systeme sind eine „geordnete Gesamtheit von Elementen, zwischen denen irgendwelche Beziehungen bestehen oder hergestellt werden können.“ (Ulrich 1968, S. 105). Die Betrachtung des System Tourismus erfolgt umfassend. Die Dimensionen der sozialen, technologischen, ökonomischen und ökologischen Umwelt werden einbezogen, was für einen systemtheoretischen Ansatz der Tourismusforschung spricht.

Die Destination wiederum ist ein Teilsystem des Tourismussystems. Innerhalb einer Destination ist eine Vielzahl von rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Unternehmen zu finden, die teils autonom handeln. Somit stellen diese die  Elemente des Teilsystems Destination dar, die, je nach Betrachtungsweise, wiederum Teilsysteme sein können. 

Schließlich ist der Wandel des Systems Destination Gegenstand der Analyse. Touristische Destinationen wandelten sich im Laufe der Zeit und werden sich weiter wandeln, weil sie sich an den Nachfragewünschen und den Veränderungen der Umwelt orientieren. „Destinationaler Wandel hängt danach von den Bedingungen der Möglichkeit der Kommunikation und somit des Konsens ab.“ (Wöhler, 2008, S. 213).

Literatur:

Ulrich, H. (1968). Die Unternehmung als produktives soziales System. Bern: Haupt.

Wöhler, K. (2008). Destinationaler Wandel: ein systemtheoretsicher Ansatz. Jahrbuch 2008, Schweizerische Tourismuswirtschaft, Univ. St. Gallen.

 

Zur Entwicklung des alpinen Skilaufs am Arlberg: Eine Untersuchung unter bewegungstechnischen und ausrüstungsspezifischen Aspekten auf systemtheoretischer Grundlage

Diplomarbeit von Julia Meier

abgeschlossen (Juni 2009)

Das Teilprojekt konzentriert sich auf die Entwicklung der Skilauftechnik und Skiausrüstung im Laufe des letzten Jahrhunderts. Dabei stellt sich die Frage, wie und warum sich die Lauftechnik und die Ausrüstung weiterentwickelt haben und welche wechselseitigen Abhängigkeiten bestehen. Bildet die stets dynamisch weiterentwickelte Ausrüstung die Grundlage für neuartige Skitechniken, oder muss sie sich an diese anpassen, um dem Standard gerecht zu werden? Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Kann diese Frage in Bezug auf den alpinen Skilauf beantwortet werden? Und wenn ja, wie lassen sich daraus beeinflussende Faktoren ableiten und zukünftige Entwicklungen vorhersagen?

Mit Hilfe von Fotomaterial und Zeitzeugen-Aussagen werden die einschlägigen Skilauftechniken von Anbeginn der Ära des Skilaufens in der Arlberg-Region bis heute dokumentiert. Die Entwicklung der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände wird aufgezeigt, und kombiniert mit der fortschreitenden Entwicklung der modernen Gesellschaft wird alles gemeinsam in einen chronologischen Aufbau gebracht, welcher die Zusammenhänge aufweisen soll.

Das Ziel, die Geschichte des alpinen Skilaufs zu erforschen und zu dokumentieren, zielt also wiederum darauf ab, Aussagen für die Zukunft treffen zu können und diese der Arlbergregion, für welche der Sport- und Tourismussektor von enormer Wichtigkeit ist, zunutze zu machen.

 

Die Entwicklung der skitouristischen Infrastruktur von Lech und Zürs unter besonderer Berücksichtigung der Aufstiegshilfen, Skipisten und Skirouten

Bachelorarbeit von Madlen Bordne
abgeschlossen (April 2009)

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der skitouristischen Infrastruktur von Lech und Zürs unter besonderer Berücksichtigung der Aufstiegshilfen, Skipisten und Skirouten von 1885 bis heute. Dabei wird sich in dieser Arbeit auf die Orte Lech, Oberlech und Zürs am Arlberg konzentriert.

Ziel der Arbeit ist, mit Hilfe von Berichten aus verschiedenen Büchern, Magazinen, Zeitungsausschnitten, Zeitzeugenberichten und anderen Medien die Entwicklung der Destination Lech und Zürs als Wettbewerbseinheit vom Beginn des Skilaufs am Arlberg bis heute zu analysieren und zu dokumentieren. Darüber hinaus sollen für aktuelle Projekte am Arlberg die Chancen und Risiken aufgezeigt werden und daraus Handlungsempfehlungen für das Skigebiet Lech und Zürs entwickelt werden.

 

Vom Winterbergsteigen zum alpinen Skilauf

Teilprojekt von Dr. Sabine Dettling

abgeschlossen (November 2008)

Gegenstand und Ziel dieses Teilprojekts ist die Rekonstruktion der Frühzeit des alpinen Skilaufs am Arlberg von den 1880er Jahren bis zum Vorabend des Ersten Weltkrieges.

Die „alte[n] Schneeschuhfahrer und Schitouristen“ (W. Flaig, 1956, S. 52) entdecken den Arlberg – zunächst den Tiroler Osten, dann den Vorarlberger Westen – als Skidestination und machen ihn bekannt. Schnell verbreitet sich der „Ruhm des 'Weißen Arlbergs' als ein Traumland der Schiläufer“ (ebd.) und geht über in die Hände der „Schisportler und Schitechniker, der Propagandisten und Werbetrommler des Wintersportes.“ (ebd.).

In Zeiten von Industrialisierung, Landflucht und Verstädterung besteht eine generelle Disposition zur körperlichen Betätigung, weil „ohne allen Kampf, ohne Wagniss und körperliche Anstrengung der Mensch zu einem verzärtelten Kunstproduct würde“ (Haushofer, 1899, S. 94). So ist das „Alpenerlebnis für alle“ an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert fast schon Wirklichkeit. Die Berge sind in den Sommermonaten oft so stark überlaufen, dass einige sich nach Bergeinsamkeit sehnende Alpinisten nach einem Hilfsmittel suchen, welches ihnen erlaubt, die im Winter einsamen, weil tiefverschneiten Alpen zu durchwandern. Die Lösung ihres Problems finden sie in Fridtjof Nansens Bestseller Auf Schneeschuhen durch Grönland (1891), und sie greifen die Innovation Ski bereitwillig auf. Zum anderen kommt dem Ski als Verkehrsmittel für Gebirgsbewohner und für einige Berufsgruppen große Bedeutung zu. Und nicht zuletzt ist der Skilauf Hoffnungsträger ganzer verarmter und von Entsiedelung bedrohter alpiner Regionen.

Literatur:

Flaig, W. (1956). Berg- und Schipioniere am Arlberg. Eine Auswahl der wichtigsten Gebiete und Gestalten. Jahrbuch des Österreichischen Alpenvereins, 33-55.
Haushofer, M. (1899). Sport. Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, 30, 94-109.
Nansen, F. (1891/1948). Auf Schneeschuhen durch Grönland. Berlin: Safari.

 

Die Hotellerie in Lech-Zürs. Der Versuch einer ganzheitlichen Betrachtung im historischen, gegenwärtigen wie auch visionären Kontext

Diplomarbeit von Michael Scheu
abgeschlossen (August 2008)

Jede Tourismusdestination besteht aus einer Vielzahl von Akteuren, die, im besten Fall, eng zusammenarbeiten, um die Region, die Stadt oder den Ort, für und in der sie tätig sind, sowohl nach Innen wie auch nach Außen als ein lohnenswertes Urlaubsziel zu präsentieren.

Der ortsansässigen Hotellerie muss dabei eine besondere Rolle zu gewiesen werden. Als Gastgeber, durchaus im wörtlichen Sinn zu verstehen, bildeten und bilden sie durch ihre Dienstleistung den wichtigsten Bestandteil dem Gast „die schönste Zeit des Jahres“, wie Urlaub häufig bezeichnet wird, zu bereiten. Der Hotelier ist der erste und letzte Kontakt eines jeden Reisenden während seines Aufenthaltes. Dementsprechend groß ist der Einfluss auf den Gast.

Getreu des Spruches „Unser Gast ist kein Gott, auch kein König. Monarchien sind weltweit umstritten, sondern unser Gast ist unser Freund“, nimmt der Hotelier für das Image der Destination eine wichtige Rolle ein.

Eine Tourismusregion lebt und lebte zu jedem Zeitpunkt in der Historie auch insoweit von der ortsansässigen Hotellerie, als dass sie innerhalb der Destination als Trendsetter auftraten und mit zur Veränderung und Weiterentwicklung der Region beitrugen.

Das Aufzeigen der komplexen historischen Entwicklung der Hotellerie in all seinen Facetten von Anbeginn bis heute, auch im Zusammenspiel mit anderen tourismusrelevanten Akteuren der Region, steht im Fokus der Diplomarbeit.

Zitat des Monats

"Die Ideen und das Geld bewegen die Welt': ... ich bin überzeugt, ... dass es unsere Verpflichtung ist, die Skigeschichte aufzuarbeiten, denn sie ist unser Leben. Skilauf ist die Basis unseres Wirtschaftens, und wenn wir eine solche Chance verstreichen ließen, wären wir ganz einfach blöd!"

TR DI Michael Manhart, Skilifte Lech, Rede anlässlich der Gründungsversammlung, 22.1.2008

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Nachrichten
22.12.2014
"Spuren. Skikultur am Arlberg" ab sofort im Handel erhältlich!
Nach langjähriger Forschungsarbeit konnte der Verein ski.kultur.arlberg kürzlich als Ergebnis der zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten den populärwissenschaftlichen Band "Spuren. Skikultur am Arlberg" präsentieren. Das Buch lädt seine Leserinnen und Leser zu einer Reise in die Geschichte von Skisport und Wintertourismus.
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18.09.2014
„Spuren - Skikultur am Arlberg“ erscheint!
Das Buch „Spuren - Skikultur am Arlberg“ lädt seine Leserinnen und Leser ein zu einer Reise in die Geschichte von Skisport und Wintertourismus. Der aufwendig gestaltete Band führt durch Epochen, welche die Herausbildung der „Skiberge“ um die Valluga, der Königin des Arlberg, sowie der Routen hin zum Skigipfel­glück auf Ski und via Seilbahn ebenso beleuchtet wie die Entwicklung von Ausrüstung und Fahrtechnik, von Skilehr- und Vereinswesen.
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30.12.2013
Vorschau Buchneuerscheinung "Spuren - Skikultur am Arlberg"
„Spuren - Skikultur am Arlberg“ lädt seine Leserinnen und Leser ein zu einer Reise in die Geschichte von Skisport und Wintertourismus. Der aufwendig gestaltete Band führt durch Epochen, welche die Herausbildung der „Skiberge“ um die Valluga, der Königin des Arlberg, sowie der Routen hin zum Skigipfelglück auf Ski und via Seilbahn ebenso beleuchtet wie die Entwicklung von Ausrüstung und Fahrtechnik, von Skilehr- und Vereinswesen.
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